Wilhelm Wagenfelds Schaffen hat die industrielle Formgestaltung maßgeblich bestimmt. Obwohl er sich zeitlebens gegen diesen Begriff gewehrt hat, gilt Wagenfeld als Wegbereiter des Industriedesigns. Heute wird er als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Produktgestalter der 50er und 60er Jahre in Deutschland gewertet. Wagenfeld entwickelte Modelle von alltäglichen Gebrauchsgegenständen für die serielle und industrielle Fertigung. Sein Anliegen war es, für Gegenstände des täglichen Gebrauchs die ideale Form zu finden. Geprägt wurde Wilhelm Wagenfeld durch seinen vielseitigen Werdegang, der sich immer an der praktischen Arbeit orientierte. Er lernte Zeichner und Silberschmied, zuerst in seiner Heimatstadt Bremen, später in Hanau. 1923 kam er ins Bauhaus nach Weimar, wo er mit einer völlig neuartigen Formgestaltung und dem Interesse an Industrieprodukten konfrontiert wurde. Er wurde Mitarbeiter in der Metallwerkstatt unter Leitung von László Moholy-Nagy. Dort schuf er bereits 1923 die legendäre Bauhaus Tischleuchte, die auch heute noch als Inbegriff für Bauhaus Design gilt.Nach dem Krieg übernahm Wilhelm Wagenfeld die Lehrtätigkeit an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und gründete 1954 die „Werkstatt Wagenfeld“ in Stuttgart. Bereits 1949 hatte er die intensive Zusammenarbeit mit der WMF aufgenommen. Wagenfeld wurde künstlerischer Leiter der WMF und in dieser Funktion zu Qualitätsfragen auf allen Arbeitsgebieten herangezogen. Dadurch wurde es ihm ermöglicht, in sich geschlossene Produktserien zu entwickeln. Er entwarf Bestecke, Schalen, Vasen, Gläser, Hotelgeschirr. Seine Arbeiten aus dieser Zeit verschafften ihm weltweite Anerkennung in der Fachwelt.